Statistik

Ab und an ist es ja doch von Interesse, die Besucherstatistik zu erwähnen. Nach eher zäher Anlaufphase mit einem deutschen Praktikanten im ersten Jahr, werde ich in Kürze vier deutsche Praktikanten haben (Nummer 2-5). Das entspricht einer sprunghaften Entwicklung nach der ungefähr einjährigen Totzeit. Das Phenomen wird bestätigt durch weitere vier familiäre Besucher in den nächsten sechs Wochen, zudem zwei Freunden in den kommenden zwei Monaten. Zum Thema Praktikant wird es noch einen detaillierteren Eintrag geben – da bietet sich eine besonders schöne Geschichte an. Ich halte fest – es dauert ca. 18 Monate, bis der Normalbesucher unsere Lage erkannt, erfasst, positiv bewertet und den folgerichtigen Schluss für sich daraus gezogen hat.     

Hibernating

Gut, der letzte Eintrag liegt 2 Monate zurück. Ich bin faul geworden, antriebslos und ohne zündende Ideen. Das mag am Herbst liegen, oder daran dass ich mich im Dauerkrieg mit meinen Computern befinde. Oder abwechselnd dem Auto. Auf jeden Fall fühle ich mich unendlich schuldig. Was ist passiert in den letzten 8 Wochen? Wir waren in den Grampians und entlang der Great Ocean Road in Victoria, haben dort alte Freunde und Verwandte getroffen. Das waren 3500 km in 4 Tagen, inklusive der Wanderungen und Besichtigungen ein manierliches Pensum. Ich muss das natürlich noch ordentlich medial aufbereiten. Es gab zwischendurch ein Erdbeben in Adelaide, ich habe diverse Bücher gelesen über die ich am liebsten Bücher schreiben würde (z.B. „Gestatten Elite“ von Julia Friedrich), habe mal wieder Melbourne besucht, Dragon Boat Rennen und Pedal Prix in Adelaide verfolgt, wir sind den Spuren des Weins ins entlegene Clare Valley gefolgt … Bootsführerschein und Seefunkzeugnis sind nach 12 Wochen lernen auch endlich bestanden. Dennoch: ich fühle mich träge wie im Winterschlaf, wahrscheinlich weil die Temperatur kaum noch über 20° steigt und es zudem erstaunlicherweise immer wieder regnet. Fast wie ein deutscher Sommer !              

Gully

Heißt soviel wie Ablauf, Rinne, Abwasserkanal, Hohlweg, Rinne; im Deutschen ist ja auch der Gully, ein Strassenablauf, bekannt, ich vermute aus dem Englischen entnommen. Gully gibt es hier im Osten von Adelaide einige, dort wo die Adelaide Hills ansteigen. Bei uns in der Nähe befindet sich Tee Tree Gully, nach Süden folgen weitere. Gestern haben wir gemeinsam mit den Nachbarn den Waterfall Gully besucht, der besonders schön und schwer zu finden ist, er wird durch den 1st Creek gefurcht. 3 Creeks -1st, 2nd, 3rd -bilden einige Kilometer westlich dann den Torrens River, auch wenn die Bezeichnung „river“ irreführend ist. Das Rinnsal wird bestenfalls bei strömendem Regen zum Flüsschen, oder durch die Staumauer, die der Stadtmitte von Adelaide eine grüne Parklandschaft beschert. Gully heisst aber auch Schlucht, und das trifft auf Waterfall Gully durchaus zu – er ist bis zu dem namengebenden Wasserfall mit Auto befahrbar und muss dann weiter erwandert werden. Die Schlucht ist malerisch und zieht sich bis zum Cleland Wildlife Park am Fuss des Mount Lofty. Mehrfach hatte ich bereits versucht, Waterfall Gully zu finden – trotz Karte war dies unmöglich. Erst die Nachbarn haben uns auf die Fährte gebracht – erstaunlich bei einer Sehenswürdigkeit, die in vielen Reiseführern zu finden ist.       

Presse

Nicht immer steht das in der Presse, was man sich so wünscht. Verständlich, weil auch der Journalist seine eigenen Vorstellungen haben muss und daher Informationen – bekanntlich zielorientiert – filtert. So hat der Artikel im Australian nach der, ansonsten gelungenen, Laboreröffnung am 18.Februar nicht alle glücklich gemacht, da die „stakeholder“ dummerweise keine Erwähnung fanden. Umso mehr ist mir daran gelegen, das ein oder andere hier nachzuholen: nämlich meinen Gönnern zu danken, AutoCRC in Melbourne und der südaustralischen Regierung, die neben der Universität meine alles überragenden Unterstützer darstellen. Da wir nebenbei auch eine persönlich gute Beziehung pflegen, kommt das übrigens von Herzen.  

Anonym

Meist sind wir über anonyme Post ja nicht sehr erfreut. Kommt diese doch üblich als Werbung ins Haus. Ganz anders heute. Da kam doch tatsächlich eindeutig ein Kölner Paket bei uns an, ohne Absender. Dennoch am Inhalt einwandfrei erkennbar aus Köln. Nun denn, wir haben uns auf jeden Fall riesig darüber gefreut. Passiert ja schliesslich nicht alle Tage. Und schon gar nicht so exquisit ausgewählt. Lecker. Ein herzliches Dankeschön also den Freunden in der Ferne, die so lieb an uns denken. Und ganz besonders nach Esch. Bitte beim nächsten Mal aber unbedingt ein Früh-Kölsch dazu legen!  🙂  

Tour Down Under

Abermals ist über eine Woche vergangen, die Tage sind mal wieder 12 Stunden zu kurz. Es ist schwer, gute Vorsätze einzuhalten. South Australia nennt sich gelegentlich ganz gerne, ich meine das schon erwähnt zu haben, Festival State. So steht es zumindest auf einigen Autokennzeichen geschrieben. Tatsächlich reiht sich hier ein Groß-Ereignis ans nächste. Hatte ich überhaupt schon über das Adelaide Schützenfest geschrieben – größtes deutschtümliches Bierspektakulum in Oktoberfestmanier der südlichen Hemisphäre? Egal, jetzt geht es ja schließlich um ganz anderen Sport. Durch unser Marketing war ich aufgerufen, einen UniSA Stand auf der TDU zu begleiten. Natürlich hatte ich keine Vorstellung davon, was das für eine Tour sein soll. Und weil ich eben dann schon mal da stand, habe ich mich eben informiert. TDU ist die lokale Tour de France, mit allem was im Radsport Rang und Namen hat, und sagenhaft schönen Rennabschnitten 100 km um Adelaide. Weil ich gefallen an dem bunten Treiben fand, sind wir also am Samstag mit der Familie noch mal zum grossen Sprintfinale in die Stadt gereist, selbstverständlich bei Kaiserwetter. Und haben dort nicht nur in unmittelbarer Rennnähe eine Parkmöglichkeit, sondern auch kostenlosen Zugang bis auf Tuchfühlung an die Rennstrecke gefunden. Wir waren verblüfft – dergleichen ist in Europa undenkbar. Das ist es unter anderem, was die Einzigartigkeit hier ausmacht – viele Veranstaltungen sind fast familiär, einfach zugänglich, und trotzdem ist man mittendrin im Weltgeschehen. Ausser beim Tennis, da muss man nach Melbourne.

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Fieber

37° C gelten allgemein als unangenehme Körpertemperatur. Was danach kommt ist gemeinhin krank. Aber was bedeutet diese Temperatur sonst noch? Diese Erfahrung kann man hier bestens machen. 37° stellen eindeutig auch eine physiologische Schwelle dar. Bei mehr Hitze fühlt man sich einfach nicht mehr wohl. Bei 37° verläuft die Schokolade auf dem Tresen, da der Schmelzpunkt natürlich so ausgelegt ist. Bei 37° Dauertemperatur überhitzt der Klimakompressor, da unzureichend Luftaustausch herrscht. Die Klimaanlage funktioniert dann nur noch intermittierend. Bei 37° schwitzt man dauerhaft im Schatten. 37° bedeuten aber auch 60° im Halbschatten, der BBQ ist entsprechend sofort auf Betriebswärme. Man kann bei 37° nicht schlafen, bestenfalls phasenweise.

Seit einigen Tagen haben wir abends um 19.00 Uhr noch um die 42 Grad. Es ist jetzt 21.30 Uhr, das Aussenthermometer sagt seit geraumer Zeit recht konstant 38°. Aber baden im Meer ist dafür unglaublich – man fühlt sich wie in der warmen Badewanne.